An den Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Rates der Sowjetunion L. Breschnew

den Bischöfen und den Administratoren der Diözesen Litauens Erklärung

Uns machen die bösen Angriffe gegen die Religion Sorgen, die in der letzten Zeit in der Presse erschienen sind. In der Rede des ersten Sekretärs der KP Litauens P. Griškevičius wird gesagt: »Man muß die Verbindung der internationalen und der patriotischen Erziehung mit dem Kampf für die Liquidierung der religiösen veralteten Anschauungen allseitig stärken« (im zweiten Plenum der KPL in Vilnius, am 17. Juni 1981). Auch der Sekre­tär der KPL Šepetys hat sich gegen die Religion und gegen die guten Priester drastisch geäußert, und der Bevollmächtigte des RfR verlangt streng, daß die am 27. 7. 1976 von dem Präsidium des Obersten Rates der LSSR bestätigten Vorschriften der religiösen Vereinigungen eingehalten werden sollen.

Die Geistlichkeit der Katholiken Litauens würde gerne die normalen Be­ziehungen zwischen der Regierung der LSSR und der Katholischen Kirche Litauens begrüßen. Wir, wie auch unsere Gläubigen, weigern uns nicht, die berechtigten Forderungen der sowjetischen Regierung, die den Dogmen und der Moral der Römischen Katholischen Kirche nicht widersprechen, zu erfüllen. Wir sind bereit, gemeinsam mit ihr gegen die moralischen Übel in unserem Volk zu kämpfen: gegen Alkohoüsmus, gegen die Zerrüttung der Familien, gegen Rowdytum, gegen die Vernichtung des ungeborenen Lebens, besonders aber gegen die nach der Legalisierung durch die Regie­rung sehr verbreiteten Abtreibungen.

Wir müssen aber noch einmal unterstreichen, daß wir kein Recht haben und daß wir deshalb die Vorschriften der religiösen Vereinigungen auch nicht einhalten können, weil sie mit unserem Gewissen unvereinbar sind. Einige Artikel dieser Vorschriften sind unvereinbar mit dem Evangelium Christi, mit den Beschlüssen des II. Vatikanischen Konzils, wie auch mit der Ver­fassung der UdSSR, mit den Direktiven von Lenin vom 13. 1. 1918, mit den Anweisungen der Kommunistischen Partei vom 10. 11. 1954, mit der Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte, mit den Beschlüssen der Schlußakte von Helsinki, bei deren Unterzeichnung die Sowjetunion sich verpflichtet hat, alle ihre Gesetze den Bestimmungen der Deklaration von Helsinki anzupassen.

Deswegen erklären wir:

Wir haben kein Recht, die Verwaltung der Bistümer und der Pfarreien der Römischen Katholischen Kirche in die Hände der Zivilregierung oder von den einfachen Gläubigen gebildeten Komitees zu übergeben, weil die hier­archische Ordnung in der Katholischen Kirche von ihrem Herrn Jesus Christus selbst eingerichtet ist (Mat. 16, 18—19). Die Kirche verwalten der Papst, die Bischöfe und ihre Helfer, die Priester. Dasselbe besagt die Kon­stitution »Lumen gentium« des II. Vatikanischen Konzils (Art. 10, 19, 20, 22); der Codex Iuris Canonici (Can. 218, 219, 329, 451). Die Verletzung der genannten Cañones wird mit der Trennung von der Kirche bestraft (siehe Can. 2333 und 2334—2).

Wir, die Priester, sind verpflichtet, durch Predigten und Katechisierung das Evangelium zu verkünden (II. Vatikanisches Konzil »Christus Dominus« Nr. 14, Can. 1329 und 1330). Die Erfüllung dieser Pflicht, besonders dort, wo der Staat von der Kirche getrennt ist, regelt nicht die Zivilregierung, sondern nur der Bischof (Can. 1337).

Wir sind verpflichtet und wir dürfen uns nicht weigern, den darum Bittenden die Sterbesakramente zu spenden, besonders aber den Kranken und Ster­benden, an jedem Ort, ungeachtet der Grenzen des von uns zu versorgenden Ortes (Can. 882).

Wir bitten und verlangen, die von der Zivilregierung festgelegte Einschrän­kung der Zahl der Alumnen des Priesterseminars zu Kaunas aufzuheben, weil gemäß den Cañones (Can. 1352 und 1357) die Bischöfe und die Admini­stratoren der Diözesen nach ihrer Entscheidung die Kandidaten in das Priesterseminar aufnehmen. Sie haben die Lehrkräfte zu bestimmen und die Ausbildung und die Erziehung zu überwachen.

Wir verlangen, daß den Bischöfen und den Administratoren der Diözesen seitens der Regierung keine Hindernisse gestellt werden, frei und nach ihrem Gutdünken die Geistlichen für verschiedene seelsorgerischen Dienste, ohne Zustimmung des Bevollmächtigten des Rates für Religionsangelegenheiten in Litauen, zu ernennen (Can. 147—2, 152, 455—1).

Wir verlangen, daß die sowjetischen Regierungsbeamten uns, die Priester, nicht hindern sollen, unsere Gläubgen, wenn diese danach verlangen, zu besuchen. Diese Besuchspflicht legen uns die Cañones der Kirche auf (Can. 467 - 1). Jetzt ist aber der Besuch sogar verboten. Die sowjetischen Beamten haben beispielsweise die Priester gehindert, ihre Gläubigen in Alytus, Kal­varija zu besuchen, und in Prienai wurde der Priester Antanas Grazulis sogar mit Administrativstrafe belegt.

Wir verlangen, daß die Ortsbischöfe die Pfarreien ihrer Diözese ungehindert besuchen dürfen.

Die obengenannten Verpflichtungen legen uns, den geistlichen Seelsorgern der Katholiken Litauens, die Cañones der Katholischen Kirche, die Be­schlüsse der Versammlungen und Synoden auf. Die Vorschriften der reli­giösen Vereinigungen dagegen verbieten uns, diese unsere Pflichten zu erfüllen. Es ist gleichgültig, welche Sanktionen die sowjetische Regierung gegen uns ergreifen möchte, wir müssen nach der Anweisung der Hl. Schrift handeln: »Gott muß man mehr gehorchen als den Menschen« (Apg. 5, 29).

Die normalen Beziehungen der Katholischen Kirche mit der sowjetischen Regierung Litauens sind ständig durch grobe, die Gläubigen verletzende, antireligiöse Propaganda gestört, durch Taktlosigkeiten der sowjetischen Beamten, durch die Diskriminierung der Gläubigen an ihrem Arbeitsplatz, die Verfolgung der Beamten, der Lehrer und der Schüler wegen der Erfüllung der religiösen Pflichten; durch die Vernichtung der Kreuze, durch die Schän­dung des Allerheiligsten Sakramentes, die Schließung der Kirchen, die Be­raubung der Kirchen und der Priester. Die Gläubigen und die Geistlichen waren sehr gekränkt wegen des mehrmals vernichteten Berges von Kreuzen (im Rayon Šiauliai, Dorf Jurgaičiai) und Verwüstung des Alkakalnis oder Panu kalnas (Berg der Mädchen) (im Rayon Telšiai, Dorf Pasruojė). Die Archikathedrale von Vilnius ist in eine Bildergalerie umgewandelt, die St.-Kasimir-Kirche in Vilnius — ein atheistisches Museum, die Kirche der Königin des Friedens in Klaipėda — ein Philharmoniesaal, obwohl die Gläubigen von Klaipėda nichts haben, wo sie beten können.

Anläßlich der kommenden großen Jubiläen: der 500-Jahres-Tag des Todes von St. Kasimir im Jahre 1984 und die 600-Jahr-Feier der Einführung des Christentums in Litauen im Jahre 1987 — erwarten die Priester und die Gläubigen Litauens von der Partei und von der Regierung folgende Gesten des guten Willens:

Die geschlossenen und konfiszierten Kirchen den Katholiken zurückzugeben, besonders aber die Archikathedrale zu Vilnius, die St.-Kasimir-Kirche zu Vilnius und die Kirche der Königin des Friedens zu Klaipėda;

die Vernichtung der historisch-religiösen Werte zu verbieten; insbesondere die Vernichtung der Stätten, die von den Gläubigen verehrt und für heilig gehalten werden;

die am 28. Juli 1976 angenommenen Vorschriften der religiösen Vereini­gungen so umzuändern, daß sie mit dem Recht der Katholischen Kirche vereinbar sind, und auf diese Weise den Priestern und den Gläubigen die Bedingungen schaffen, sie einhalten zu können;

den schon seit über 20 Jahren ohne Gerichtsbeschluß nach Žagarė verbann­ten Bischof der Erzdiözese Vilnius Julijonas Steponavičius in sein Amt wieder einzuführen;

die mit Zwang und List den Pfarrkomitees aufgezwungenen Verträge zu überprüfen;

die Rayon- und Ortsbeamten zu ermahnen, die Diskriminierung der Priester und der Gläubigen einzustellen, weil die Gläubigen den größeren Teil der Einwohner Litauens ausmachen und sich durch ihre gewissenhafte Arbeit auszeichnen; sie dürfen nicht durch taktloses Betragen der Beamten veranlaßt werden, die sowjetische Regierung negativ zu betrachten; zu erlauben, in den neugegründeten Städten, wie auch in den Mikrorayons der wachsenden Städte, Kirchen zu errichten;

in den zur Aufbahrung der Verstorbenen bestimmten Räumen religiöse Handlungen vorzunehmen zu erlauben.

In den Monaten Juli — August 1982.

 

Diese Erklärung unterzeichneten folgende Priester: In der Diözese Telšiai bis zum 1. November 1982.

Abramavičius Vladas        Gasiūnas Juozapas

Alminas Adomas              Gaščiūnas Kazimieras

Arlauskas Klemensas        Gauronskas Anupras

Augustis Antanas              Gauronskis Vincentas

Arnašius Albinas              Gedgaudas Juozapas

Bagužas Brunonas            Gedvilą Jonas

Baikauskas Jonas            Germanas Edmundas

Bakšys Aloizas                Giedra Domininkas

Beniušis Antanas             Gylys Antanas

Bernotas Petras              Gorodeckis Stanislovas

Birbilas Jurgis                 Grabauskas Juozapas

Bučinskas Jonas            Grubliauskas Juozapas

Budrikis Julius                 Gunta Juozapas

Bukauskas Juozapas        Ilskis Jonas

Bunkus Antanas             Ivanauskas Antanas

Burneikis Bronius           Jakutis Aleksandras

Butkus Juozapas             Jankauskas Juozapas

Dambrauskas Liudas        Jasas Petras

Eičas Jonas                    Jasiunevičius Jonas

Garjonis Antanas           Jurgaitis Antanas

Juškys Izidorius             Puzara Petras

Juškys Vladislovas         Racevičius Bronislovas

Kadys Vytautas             Radveikis Vladas

Kauneckas Jonas           Riekus Antanas

Kerpauskas Anicetas        Rimkus Kazimieras

Kiela Antanas                 Rudzinskas Jonas

Klebonas Vincentas        Ružė Pranciškus

Klimavičius Alfonsas        Senkus Vincentas

Kusas Jonas                   Serapinas Liudvikas

Latakas Bronislovas        Skiparis Vytautas

Lideikis Aloyzas              Skirmantas Domininkas

Liutkevičius Juozapas        Stribys Vaclovas

Lukoševičius Alfonsas        Striukas Antanas

Macelis Kazimieras          Stukas Petras

Maželis Juozapas            Satkus Pranciškus

Merliūnas Petras             Šeškevičius Antanas

Mikutavičius Vytatas        Šikšnys Valentinas

Miklovas Juozapas          Širvaitis Juozapas

Miškinis Julijonas           Šiurys Juozapas

Mitkus Petras                 Šlevas Vladas

Motekaitis Vytautas        Šukys Juozapas

Olšauskas Juozapas        Šulcas Henrikas

Orantas Aloyzas             Švambrys Tomas

Pačinskas Juozapas        Talaišis Bernardas

Pakalniškis Jonas           Tamašauskas Julius

Pakamanis Algirdas        Vaitelis Stanislovas

Paliukas Juozas              Valaitis Feliksas

Palšis Petras                  Venckus Petras

Paulauskas Jonas           Venckus Pranciškus

Petrauskas Jonas           Velioniškis Konstantinas

Petrikas Konstantinas        Vėlavičius Vincentas

Petronaitis Antanas        Viciulis Jonas

Poška Tadas                   Zdanavičius Antanas

Prialgauskas Kazimieras        Žilys Ferdinandas

Pridotkas Alfonsas        Žukas Anupras

Pudžemys Adolfas        Žukas Kazimieras

Puidokas Klemensas        Zulpa Romualdas

 

Insgesamt: 114 Priester; außerdem hat dieses Schreiben der Pfarrer von Leningrad Pavilonis unterzeichnet und ein Priester aus einer anderen Diözese, dessen Name unleserlich ist.

 

N.B. Weitere Unterschriften werden noch gesammelt.

Aus der Diözese Vilkaviškis unterzeichneten folgende Priester:

 

Adomaitis Juozas        Juškevičius Kazimieras

Adomaitis Pranas        Kvaliūnas Leonardas

Akelis Vincas               Kražauskas Petras

Akevičius Antanas        Kriščiūnas Juozas

Aleksandravičius Antanas        Kubilius Jonas

Alesius Jonas                    Kudirka Kazimieras

Ambrasas Konstantinas        Kunevičius Lionginas
Andrišiunas Algirdas

Balanda Petras                Kupstaitis Juozas

Bandža Vincas                 Lešinskas Leonas

Baranauskas Jonas        Liubšys Antanas

Bekasovas Kęstutis        Liutvinas Pranas

Berteška Juozas            Maksvytis Jonas

Bilius Vladas                Malinauskas Jonas

Bobinas Vladas            Matulaitis Juozas

Brilius Kęstutis             Matulevičius Juozas

Burba Kazimieras        Matulionis Jonas

Būdas Vytautas         Mieldažys Antanas

Būga Jonas                Mieldažys Juozas

Cegelskas Boleslovas        Mikalajūnas Stasys

Čėsna Vincas                Montvila Kazimieras

Degutis Vaclovas          Naujokaitis Viktoras

Deltuva Albinas              Paltanavičius Bronius

Diškevičius Antanas        Paliukaitis Jonas

Dovydaitis Gvidonas        Pangonis Antanas

Dumbliauskas Petras        Pasiliauskas Juozas

Dumčius Vincas        Pečiukonis Juozas

Gražulis Antanas        Petruševičius Vincas

Gražulis Juozas        Pilipaitis Juozas

Grudzinskas Jonas        Plioraitis Ignas

Gumauskas Juozas        Preikšas Juozas

Guogis Vytautas        Račiūnas Pranas

Mgr. Gustaitis Andriejus        Račkauskas Antanas

Gustaitis Vytautas        Račkauskas Stasys

Insoda Vytautas        Radzevičius Juozas

Jakaitis Juozas        Radzevičius Vaclovas

Jalinskas Vincas        Ražukas Boleslovas

Jančiauskas Povilas        Rimas Andriejus

Jarušauskas Boleslovas        Rusinąs Jonas

Jaudegis Albinas        Sadauskas Alfonsas

Juškaitis Juozas        Sitka Petras

Sakalauskas Gracijus        Tėvelis Vytautas

Samuolis Salemonas        Urbonas Vitas

Skučas Gintautas        Užkuraitis Vytautas

Skučas Kazimieras        Užupis Juozas

Stakėnas Vaclovas        Vaitauskas Vytautas

Steponaitis Gintautas        Varkala Jonas

Sventickas Jurgis        Vitkus Antanas

Šalčius Juozas        Zdebskis Juozas

Šulskis Pranciškus        Mgr. Žemaitis Juozas
Tamkevičius Sigitas

 

Insgesamt unterzeichneten        100 Priester; 9 Priester verweigerten ihre Unter-
schrift; 3 Priestern wurde die Erklärung nicht vorgelegt, weil man nicht
glaubte, daß sie unterzeichnen würden.

 

 

Eine identische Erklärung        der Erzdiözese Kaunas unterzeichneten folgende
Priester:

 

Gudanavičius Gustavas        Čepėnas Juozapas

Razmantas Juozapas        Ylius Antanas

Dobilaitis Juozapas        Sirūnas Kazimieras

Vanagas Alfredas        Jakaitis Kleopas

Tamoševičius Vaclovas        Stankevičius Jonas

Stasuitis Boleslovas        Bubnys Prosperas

Polikaitis Vaclovas        Aleksiūnas Jonas

Vaičiulaitis Lionginas        Mikutis Petras

Nemeikšis Bronius        Brilius Vytautas

Pesliakas Vytautas-Kazimieras        Požėla Vladas

Tamonis Jonas        Radzevičius Vytautas

Gimžauskas Bronius        Daknevičius Kęstutis

Ščepavičius Pranas        Kalinauskas Leonas

Vaičekauskas Juozapas        Užusienis Jurgis

Povilaitis Jonas        Survila Jonas

Račaitis Jonas        Brusokas Viktoras

Baliūnas Feliksas        Jokūbauskas Eugenijus

Valavičius Vladas        Pilka Steponas

Butkus Izidorius        Ramanauskas Vaclovas

Bischof Steponavičius Julijonas        Kazlauskas Antanas

Kadys Stanislovas        Mizaras Romualdas

Raudonikis Jonas        Matulaitis Pranciškus

Petraitis Petras        Imbras Antanas

Pečiulpis Aleksandras        Žemaitis Jonas

Dobrovolskis Algirdas        Želvys Juozapas

Simaška Eduardas        Juknevičius Krizantas

Danyla Antanas        Grušas Adolfas

Kaknevičius Juozapas        Statkevičius Kazimieras

Bastys Pranciškus        Ramanauskas Aleksandras

Voveris Jonas        Veselka Žygintas

Perminas Albertas        Liukas Rapolas

Liubonas Petras        Jakubauskas Leonas

Girdzevičius Jonas        Sriubas Juozapas

Vairą Boleslovas        Kurmauskas Stanislovas

Grinevičius Zigmas        Frainas Juozapas

Vaičeliūnas Juozapas        Lapė Alfonsas

Dunda Gerardas        Vilutis Kęstutis

Petkevičius Vladas        Šukevičius Antanas

Semaška Liudas        Vosylus Juozapas

Buožius Mykolas        Griganavičius Vytautas

Meilus Petras        Varvuolis Juozapas

Svarinskas Alfonsas        Gudas Jonas

Šauklys Viktoras        Griauslys Vaclovas

Jurgutis Antanas        Tavoraitis Petras

Pranckūnas Povilas        Albanavičius Jonas

Močius Algirdas        Lapinskas Kazimieras

Macevičius Romualdas        Matusevičius Bronius

Augustauskas Jonas        Zeidotas Edvardas

Žiugžda Pijus        Melkūnas Vytautas

Juodelis Antanas        Bulota Alfonsas

Kazlauskas Jonas        Griaužinis Albinas

Markaitis Aleksandras        Luzgauskas Vladas

Milašius Antanas        Jagminas Leonardas

Mikutavičius Ričardas        Jokubauskas Antanas

Simaška Vladas        Maciūta Petras

Radavičius Boleslovas        Povilanskis Boleslovas

Petraitis Alfonsas        Pranskietis Vincas

Slavinskas Antanas        Cižauskas Pijus

Fabijanskas Jonas        Katinas Jonas

Indriūnas Juozapas        Gaižauskas Pranciškus

Rakauskas Jonas        Martinkus Petras

Bartulis Eugenijus        Ligeika Antanas

 

Es verweigerten die Unterschrift 6 Priester. An die Mitarbeiter des Priester­seminars hat man sich nicht gewandt. 6 Priestern wurde die Erklärung wegen verschiedener Hindernisse nicht zur Unterschrift vorgelegt.

Eine gleichlautende Erklärung unterzeichneten folgende Priester der Diözese Panevėžys:

 

Adomaitis Petras        Jasiūnas Vytautas

Antanaitis Bronius        Jatulis Jonas

Antanavičius Juozas        Juodelis Jonas

Arlauskas Vincentas        Juozėnas Povilas

Bagdonas Jonas        Jurgaitis Jonas

Bagdonas Juozas        Juška Antanas

Balaiša Bronius        Kadžius Alfonsas

Balaišis Antanas        Kairys Antanas

Balašauskas Vytautas        Kapočius Vytautas

Balčiūnas Jonas        Karšulis Lionginas

Balčiūnas Juozas        Kiela Petras

Balickaitis Jurgis        Kietis Antanas

Balsys Kostas        Kisielius Anicetas

Baltuška Petras        Klezys Povilas

Baniulis Algis        Krasauskas Petras

Baronas Kazimieras        Kremenskas Vladas

Blynas Laimingas Feliksas        Krupliauskas Stanislovas

Braukyla Vladas        Kuzmickis Petras

Breivė Adolfas        Labakojis Jonas

Budriūnas Petras        Lapinskas Jonas

Buliauskas Jonas        Liesis Antanas

Butkys Jonas        Lukšas Juozas

Ciuckis Povilas        Lukšas Leonas

Dubnikas Juozas        Markevičius Petras

Dulksnys Kazimieras        Marozas Vytautas

Galvydis Stepas        Masys Aleksandras

Garška Juozas        Masys Vytautas

Giedraitis Juozas        Merkys Juozas

Girnius Kazimieras        Mikulėnas Antanas

Gylys Mykolas        Miškinis Algirdas

Gobis Antanas        Miškinis Povilas

Gražys Alfonsas        Mitrikas Antanas

Gružauskas Antanas        Mozūras Kazimieras

Gutauskas Klemensas        Nagulevičius Jonas

Ikamas Gaudentas        Narušis Algirdas

Inkratas Vincentas        Neniškis Lionginas

Ivanovskis Tadas        Nykstąs Petras

Jančys Alfonsas        Paltanavičius Albinas

Jankevičius Povilas        Pelešynas Steponas

Janulis Juozas        Petrauskas Antanas

Pipiras Albinas        Šliauteris Povilas

Pranevičius Jonas        Šukys Gediminas

Pranskietis Augustinas        Šumskis Juozas

Pratkelis Leopoldas        Talačka Albertas

Pukenis Robertas        Tamošauskas Leonardas

Puriuškis Izidorius        Tamulionis Pranciškus

Rameikis Antanas        Tamulionis Stanislovas

Raščius Pranciškus        Tarulis Petras

Rauduvė Petras        Tijušas Petras

Rimša Jonas        Tvarijonas Vytautas

Rinkevičius Edmundas        Uogintas Jonas

Sabaliauskas Pranciškus        Urbonas Benediktas

Saprigonas Raimundas        Uždavinys Sigitas

Senulis Petras        Vaičiūnas Jonas

Simsonas Bronius        Valančiūnas Antanas

Skardinskas Leonardas        Valantinas Antanas

Bischof Sladkevičius Vincentas        Varnas Juozas

Stonys Mykolas        Varžinskas Povilas

Stankevičius Vincentas        Vaškevičius Antanas

Strazdas Bronius        Vaškevičius Juozas

Strelčiūnas Alfonsas        Zakrys Vytautas

Songaila Aloizas        Zubavičius Stanislovas

Svirskis Paulius        Zulonas Antanas

Šaučiūnas Ignas        Žilinskas Bronius

Šlapelis Bronius        Žvinys Serafinas

 

Diese Erklärung unterzeichneten alle Priester der Diözese Panevėžys — insgesamt 130. Nicht unterzeichnet haben nur die Mitarbeiter der Kurie.

In der Diözese Kaišiadorys und der Erzdiözese Vilnius werden die Unter­schriften noch gesammelt.

 

 

An Ihre Exzellenzen die Bischöfe und Administratoren der Diözesen Litauens

Erklärung

 

1. Liturgische Angelegenheiten. Nach dem Rundschreiben der Bischöfe und Administratoren des Jahres 1977 über die Einführung des neuen Meß­buches und die Einführung einiger Teile der Messe in der Muttersprache vermissen wir ein neues Rundschreiben der Hirten über die Erweiterung der Anwendung der Muttersprache während der Messe. Ein Teil der Ordi­narien hält sich an die Verordnungen des Rundschreibens aus dem Jahr 1977, ohne irgendwelche Veränderungen vorzunehmen, die anderen aber haben, ohne neue Verordnungen abzuwarten, selber Veränderungen vor­genommen, die ganzen Handlungen der Liturgie in der Muttersprache vor­zunehmen. Aus diesem Grund ist in der Liturgie große Uneinigkeit ent­standen.

Um diese entstandenen Uneinigkeiten beseitigen zu können, ist es not­wendig, eine Verordnung herauszugeben, mit der die Anwendung der Mut­tersprache während der Messe erweitert werden könnte. Man sollte wenig­stens das Schuldbekenntnis, das Gloria und alle Gebete der Opfermahl­liturgie, die nach dem Vaterunser kommen, in der Muttersprache sprechen.

Der Bevollmächtigte des Rates für Religionsangelegenheiten P. Anilionis sprach im Fernsehen in Vilnius, daß alle Meßbücher in litauischer Sprache erst im Jahre 1985 fertiggedruckt werden, und daß erst dann die liturgische Reform beendet sein wird. Uns hat eine Nachricht erreicht, daß der erste Band des Meßbuches noch dieses Jahr fertiggedruckt wird, in dem die un­veränderlichen Teile der Messe, die eucharistischen Gebete und die Formeln aller Sonntagsmessen untergebracht werden. Wir sind der Uberzeugung, daß man die liturgische Reform nicht hinauszögern soll und, wenn der erste Band des Meßbuches erhältlich ist, die Anwendung der Muttersprache während der Messe gleich erweitert wird.

Wegen des Mangels an neuen Instruktionen gibt es auch Unklarheiten bei der Ausstellung des Allerheiligsten Sakramentes, besonders wenn diese der Messe direkt folgt.

2.     Die Bischofskonferenz Litauens. Aus dem Kalender »Wissenswertes für die Katholiken« haben wir erfahren, daß zwei Bischöfe und vier Priester die Bischofskonferenz Litauens bilden. Die zwei Bischöfe, die verhindert sind, ihr Amt auszuüben, fehlen in der Zusammensetzung der Bischofs­konferenz. Die Priester Litauens machen sich um diese Angelegenheit Sor­gen, denn der Papst hat doch diese Bischöfe für ihr Amt ernannt, sie aber dieses Amtes nicht enthoben.

3.     Die Priesterräte. Es gibt Uneinigkeiten zwischen der geistlichen Obrigkeit und den Priestern in Fragen des Priesterrates. Wir hören die einen sagen, daß der Heilige Vater nicht zustimme, daß es in Litauen Priesterräte geben soll; die anderen behaupten, daß nur der Bevollmächtigte des Rates für Re­ligionsangelegenheiten die Priesterräte nicht wünscht. Wir haben durch Radio Vatikan gehört, daß die Priesterräte so bald wie möglich gegründet werden sollen. Daß der Bevollmächtigte gegen die Priesterräte ist, bestätigen seine Worte, die er zu dem Administrator einer Diözese sagte: »Du hast Dir ein Joch auf den Hals gelegt, indem Du dem Priesterrat zu arbeiten erlaubt hast!«

Wir wollen darauf warten, daß die Ordinarbischöfe Litauens in einer ge­heimen Abstimmung die schon gewählten Priesterräte bestätigen, die »durch ihren Rat den Bischöfen erfolgreich helfen, die Diözese zu verwalten« (De­kret des II. Vatikanischen Konzils über das Leben und das Amt der Priester).

4.     Die Geheimhaltung in den kirchlichen Angelegenheiten. Uns ist es be­kannt, daß es viele Fragen gibt, bei deren Entscheidung die Ordinarbischöfe zur Geheimhaltung verpflichtet sind. Einen Schmerz bereitet den Priestern Litauens aber folgendes: Sehr oft kennt der Bevollmächtigte des Rates für die Religionsangelegenheiten die Pläne der Ordinarbischöfe, ebenso die Ver­treter der Kommunistischen Partei und des Sicherheitsdienstes, manchmal sogar die einfachsten Beamten der Exekutivkomitees, — diese Pläne kennen aber die Priester nicht', denen das Schicksal der Kirche am Herzen liegt. Solche »Geheimhaltung« kann kaum noch den Angelegenheiten der Kirche dienen. Deswegen bitten wir, daß alles, was die Feinde der Kirche wissen dürfen, auch die Priester Litauens rechtzeitig erfahren.

5.     Spaltung der Priester. Unter dem Grundsatz: »Divide et impera« haben die Beamten der sowjetischen Regierung begonnen, die Priester in reaktionäre und gute, in Extremisten und Regierungsloyale zu unterteilen. Schade, daß es solche Einteilung der Priester auch in manchen unserer Kurien und in dem Priesterseminar zu hören gibt. Diejenigen, die alle Forderungen der Regierung erfüllen, werden für vernünftig und tauglich gehalten, alle kirch­lichen Posten einzunehmen; diejenigen aber, die sich weigern, den Atheisten zu gehorchen, die aber der Kirche treu sind, werden für naiv und für ver­antwortungsvolle Posten ungeeignet gehalten. Solche Einteilung ist für die Kirche fremd. Der Kirche sind nur gute, fromme und fleißige Priester be­kannt und schlechte, nachlässige in der Frömmigkeit und in der Seelsorge­arbeit und manchmal arbeiten diese letzteren sogar mit dem Gottlosen bei der Zerstörung der Kirche mit.

6.     Seminare für die Dekane. Der Bevollmächtigte des Rates für Religions­angelegenheiten »belehrt« alljährlich die Dekane, wie die Vorschriften der religiösen Vereinigungen eingehalten werden sollen. Wir möchten gerne ha­ben, daß die Ordinarbischöfe die Dekane von Zeit zu Zeit einladen und mit ihnen beraten, wie die Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils und die Seelsorgearbeit besser ausgeführt werden könnte.

7.     Seminare für die Pfarrkomitees. In den vom Bevollmächtigten des Rates für Religionsangelegenheiten vorbereiteten Seminaren für die Pfarrkomitees bemüht man sich, die hierarchische Ordnung der Kirche zu zerstören. Nach den sowjetischen Beamten ist der Priester nur ein Mietling, das Komitee aber, das als juristische Person gilt, will man zu einer Filiale des Exekutiv­komitees des Volksdeputiertenrates des Rayons oder der Stadt machen. Wir wünschen, daß die Ordinarbischöfe mit ihren Aussagen beitragen, daß zwi­schen den Priestern und den Gläubigen kein Unfrieden gestiftet wird.

8.        Das Priesterseminar. Im Priesterseminar zu Kaunas ist in den letzten Jahren eine nicht normale Lage entstanden. Ein negatives Element ist in das Priesterseminar gelangt, das eine destruktive Arbeit vollzieht. Die guten Seminaristen werden zur Seite gedrängt, manche von den anderen aber — zerstören direkt den Geist des Priesterseminars. Die Seminaristen behaupten, daß es schwer ist, sich im jetzigen Priesterseminar ernsthaft für das Priesterseminar vorzubereiten; sogar die Lehrkräfte machen Beobachtungen, daß sich manche der Seminaristen, wenn sie einige Jahre im Priesterseminar studiert haben, zum schlechten ändern.

Uns scheint es, daß man im Priesterseminar eine Reform durchführen muß. Da das Priesterseminar interdiözesan ist, müßten alle Ordinarbischöfe Li­tauens kollegial die Sorge und die Verantwortung dafür tragen. Es ist auch unbedingt notwendig, zu kontrollieren, daß in das Priesterseminar nicht solche Personen gelangen, die nicht einmal daran denken, sich ernsthaft für das Priesteramt vorzubereiten.

9.        Die Frage des Alkoholismus. Die Ordinarbischöfe Litauens haben seinerzeit zur Frage des Alkoholismus ihre Hirtenbriefe geschrieben, die Radio Vatikan verlesen hat. Schade, daß damit auch alles zu Ende war; nur in der Diözese Telšiai ist man etwas weiter gegangen. Während der großen Ablaßfeier in Žemaičių Kalvarija werden eindrucksvolle Gottesdienste für Antialkoholismus vorbereitet, an denen etwa hundert Priester teilnehmen. Zum Thema Nüchternheit werden Predigten gehalten; die Priester sind im Geiste der Buße auf die Kalvarienberge gegangen. Es wäre wünschenswert, daß jedes Jahr in jeder Diözese ein Gottesdienst für den Antialkoholismus gehalten würde, zu dem alle Priester der Diözese zur Teilnahme eingeladen würden.

10.        Politische Konferenzen. Seit einer Reihe von Jahren verlangt die Zivilregierung, daß einzelne Priester oder ihre Gruppen zu politischen Friedenskonferenzen fahren sollen. Eine erzwungene Teilnahme an den Friedenskonferenzen hat mit dem Leben in Frieden nichts gemeinsam. Wenn man den Frieden haben will, muß man zuerst die Spannungen hervorrufenden Ursachen beseitigen. Eine von diesen Ursachen ist die Einschränkung der Glaubensfreiheit. Uns allen sind die Worte der Enzyklika »Redemptor hominis« des Heiligen Vaters Johannes Paul II. bekannt? »Die Achtung der unverletzlichen Rechte des Menschen liegt in den Fundamenten des Friedens, denn der Friede — das ist die Gerechtigkeit, und der Krieg kommt aus der Verletzung der Rechte.« Deswegen müssen jene Priester, die an Konferenzen zur Verteidigung des Friedens teilnehmen, die Tatsachen der Mißachtung der Menschenrechte und die Verfolgung der Gläubigen hervor­heben und Religionsfreiheit verlangen. Wenn diese Tatsachen verschwiegen werden, dann helfen solche Verteidiger des Friedens nur bei Irreführen der öffentlichen Meinung der Welt mit, weil sie den Eindruck erwecken, daß bei uns die völlige Glaubensfreiheit herrsche.

Die Gläubigen fragen verärgert: Mit wessen Vollmacht geben solche Teil­nehmer der Konferenzen ihre Unterschriften im Namen der ganzen Katholi­schen Kirche Litauens?

Wir bitten die Ordinarbischöfe, die von uns erhobenen Probleme in kolle­gialer Weise zu beraten, weil ihre Lösung schon vollkommen reif ist.

In den Monaten Juli — August 1982.

 

Diese Erklärung unterzeichneten folgende Priester der Diözese Vilkaviškis, die im Priesterrat gewählt sind:

Mgr. Andriejus Gustaitis Mgr. Juozas Žemaitis Albinas Deltuva Jonas Maksvytis

Sigitas Tamkevičius Petras Dumbliauskas Juozas Adomaitis Antanas Gražulis

 

Eine analoge Erklärung unterzeichneten die Mitglieder des Priesterrates der Diözese Telsiai:

Julius Budrikis Jonas Gedvilą Jonas Kauneckas Alfonsas Lukoševičius Tadas Poška

Adolfas Pudžemis Petras Puzaras Vincentas Senkus Antanas Šeškevičius Vincentas Vėlavičius

 

In der Diözese Panevėžys unterzeichneten diese Erklärung folgende in den Priesterrat gewählten Priester:

Pral. Leopoldas Pratkelis Kan. Bronius Antanaitis Dek. Jonas Pranevičius Petras Baltuška Antanas Balaišis

Petras Budriunas Petras Adomaitis Stanislovas Krumpliauskas Juozas Šumskis Juozas Janulis